2006 - Januar / Februar

Januar - Februar 2006, Ausgabe Nummer 36

Der "Positives Altern" Rundbrief

http://www.healthandage.com
Januar - Februar 2006

von Kenneth und Mary Gergen für einen produktiven Dialog zwischen Forschung und Praxis unterstützt durch: Web-based Health Education Foundation und dem Taos Institute

Ausgabe Nummer 36

In dieser Ausgabe:

KOMMENTAR: Positives Altern: Erneuerung der Vision

Es ist unsere Tradition, in jeder ersten Ausgabe in einem neuen Jahr, die zentrale Mission dieses Rundbriefes noch einmal zu überdenken und so zum einen zu klären, welche Erwartungen Sie wohl haben und wie Sie als
LeserInnen partizipieren können. Seit dem Beginn vorbeinahe vier Jahren ist die Leserschaft diesRundbriefes schnell gewachsen – jetzt sind es Tausende von AbonnentInnen in vier Sprachen –darunter GerontologInnen, GesundheitsforscherInnen, PsychotherapeutInnen, Dienstleister für ältere Menschen und interessierte Laien. Viele neue LeserInnen dieses Rundbriefes sind vielleicht besonders neugierig darauf, wie wir die Inhalte auswählen.

Unser oberstes Ziel ist es, Ressourcen aus der Forschung, aus der Praxis und dem täglichen Leben zutage zu fördern, die dazu beitragen können,den Prozess des Älterwerdens zu schätzen. Indem wir die alte Sichtweise des Alters als einem Abbauprozess in Frage stellen,bemühen wir uns, eine Sichtweise des Lebens zus chaffen, in der Altern eine noch nicht dagewesen Phase der Bereicherung menschlichen Lebens sein kann. Eine solche Revolution hängt wesentlich von den Forschungsgemeinschaften und professionellen Praktiken ab,die sich mit erwachsenen Populationen, insbesondere mit Menschen über 50 Jahre beschäftigen. Gerade in diesen Gem einschaften können gemeinsam neue Ideen, Einsichten, fachliche Unterstützung und Praktiken der Wachstum sverbesserung entstehen. Dadurch, dass die Entwicklungsaspekte des Älterwerdens und die Ver füg barkeit wichtiger Ressourcen, Fähigkeiten und Widerstandsfähigkeiten fokussiert werden,bringt die Forschung nicht nur nützliche Einsichten in die Praxis, sondern erzeugt auch Hoffnung und befähigt ältere Menschen zum Handeln.

Indem wir über über Möglichkeiten der Wiederherstellung und Prävention hinausgehen und wachstumsförder nde Aktivitäten hervorheben, tragen PraktikerInnen ebenso zur gesellschaftlichen Rekonstruktion von Altern bei.

Beiträge der LeserInnen für den Rundbrief sind uns sehr willkommen. Wenn Sie Texte oder Praktiken haben, von denen Sie denken, dass sie für die AbonnentInnen dieses Rundbriefes von besonderem Interessen sein könnten, sind Sie herzlich eingeladen, sie mit uns in den folgenden Ausgaben zu teilen. Wir besprechen ausge wählte Bücher und Filme und veröffentlichen Ankündigungen für wichtige Konferenzen und Workshops. Bitte senden Sie Ihre Vorschläge an Mary Gergen unter gv4@psu.edu

Alle vergangenen Ausgaben des Rundbriefes sind archiviert unter:www.positiveaging.net

Um uns noch einmal vorzustellen:

Kenneth Gergen ist Mustin Professor für Psychologie am Swarthmore College, Pennsylvania, USA und Mary ist Professorin für Psychologie und Frauenforschung an der Penn State University, Delaware County, USA. Ken und Mary sind beide Vorstandsmitglieder des Taos Instituts, einer Non-Profit-Einrichtung, die an der Schnittstelle der Theorie des sozialen Konstruktionismus und der gesellschaftlichen Praxis arbeitet. Beide be schäftigen sich seit langem mit gerontologischen Fragestellungen und therapeutischer Praxis.

Wir hoffen, dass Sie uns in unseren Bemühungen unterstützen.  Ken and Mary Gergen

FORSCHUNG: Freundschaft und lange Lebensdauer

Wir haben während der letzten drei Jahre über etliche Studien berichtet, die anzeigten, dass die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden beide durch ein aktives soziales Leben verbessert werden können. Die aktuelle Forschung trägt weiteres Material für diese Sichtweise bei. Die ForscherInnen führten eine Längs schnittstudie mit über zweitausend dänischen Zwillingen über 75 Jahren durch.Ihr besonderes Interesse galt der Frage, ob soziale Interaktion mit den EhepartnerInnen, Kindern, Verwandten, FreundInnen und anderen hilfreich dabei waren, das Leben zu verlängern. Darunter waren sowohl eineiige (764 Paare) und zweieiige (1.383 Paare) Zwillinge.Sie wurden in einem Abstand von zwei Jahren von 1995 bis 2001untersucht. Nach jedem Intervall gab es weniger Menschen, die interviewt werden konnten, und im Jahr 2001 waren noch 639 Leute am Leben und bereit, sich interviewen zu lassen.Das dänische Zwillingsregister stellte die demografis chen Informationen über die Zwillinge zur Verfügung.Bei jedem Interview wurden die Beteiligten über ihre sozialen Beziehungen und andere persönliche Informationen befragt. Die Zwillinge antworteten auf die Frage, wie oft sie sich mit unterschiedlichen Leuten trafen. Der Gesundheitszustand wurde durch die Frage Wie schätzen Sie Ihre Gesundheit im allgemeinen ein?“ gemessen.Interessanterweise blieb diselbst berichtete Gesundheit über den Forschungszeitraum hinweg ziemlich stabil. In 2001 gaben 65% der Befragten dieselbe Antwort wie zuvor; 26% berichteten eine Verbesserung und nur 9% gaben an, dass ihre Gesundheit abge nommen hatte! Die Studie hatte viele und sehr unterschiedliche Ergebnisse. Von zentralem Interesse ist: diejenigen, die sich oft mit ihren FreundInnen trafen, lebten mit größerer Wahrscheinlichkeit länger, während diejenigen, die sich selten mit FreundInnen trafen, mit größerer Wahrscheinlichkeit starben. Die Anzahl der Kontakte mit FreundInnen waren interessanterweise in dieser Studie wichtiger für eine lange Lebensdauer als der Kontakt mit Kindern oder Familienmitgliedern. Es gab Geschlechtsunterschiede: Frauen wurden besonders durch enge Beziehungen mit FreundInnen unterstützt. Obwohl Männer ebenso häufig Kontakt haben mögen wie Frauen, scheinen sie doch nicht denselben Nutzen für eine lange Lebensdauer mit sich zu bringen wie bei Frauen. In Bezug auf die Zwillingsbeziehungen hatte die Kontakthäufigkeit nur bei eineiigen Zwillingen einen Effekt auf die Sterblichkeit.

Andere interessante Ergebnisse sind: In Bezug auf die Kontakthäufigkeit nahm der Anteil der Leute, die häufige Kontakte hatten,während der Dauer der Studie zu.Dieses Ergebnis steht im Gegensatz zum gängi  gen Stereotyp, dass Altern mit sozialer Isolation einhergeht. Auch im Gegensatz zu allgemeinen Annahmen steht die Tatsache, dass die Männer in dieser Stichprobe nicht schneller starben als die Frauen. Zu Beginn der Studie lebten zweimal soviel Frauen als Männer. Allerdings war das Verhältnis von Männern und Frauen sechs Jahre später unverändert. Offensichtlich bist du wahrscheinlich ein Mann der robusten Sorte, wenn du die 75 erreicht hast. In Bezug auf lange Lebensdauer hatten – wie oft berichtet wird –verheiratete Leute eine nie drigere Sterblichkeit als andere.

Aus: The Influence of Social Relations on Mortality in Later Life: A Study on Elderly Danish Twins von Domenica Rasulo, Kaare Christensen, & Cecilia Tomassini, in: The Gerontologist, 45/2005, S. 601 – 608

FORSCHUNG: Kirchliche Unterstützung und Gesundheit

Wie wir bereits früher in diesem Rundbrief berichtet haben, gibt es eine enge Korrelation zwischen kirchlichen Aktivitäten und physischer Gesundheit. In jedem Fall waren die Gründe für diese Korrelation eine Quelle andauernden Interesses. Einige ForscherInnen nehmen zum Beispiel an, dass kirchliches Engagement einen aktiv, lebendig und in Bewegung hält. In diesem Fall ist die Kirche genauso wie jede andere Organisation,
die zu Aktivitäten einlädt. Die vorliegende Studie bietet allerdings interessante Einsicht in die Bedeutung der Religion. Es wurden über 500 Christen mit einem Durchschnittsalter von 76, die mehr als zweimal im Jahr die Kirche besuchten, mit 238 Leuten verglichen, die nicht so häufig in die Kirche gingen.Von de Grundgesamtheit waren 56% Afro-AmerikanerInnen, 60% von ihnen waren Frauen und 49% waren verheiratet. Die durchsch nittliche Schulbildung entsprach dem High-School-Abschluss.

Alle TeilnehmerInnen wurde gebeten, sich selbst in Bezug auf den allgemeinen Gesundheitszustand im Ver gleich zu anderen und im Vergleich zu sich selbst vor einem Jahr einzuschätzen. Sie wurden ebenfalls über ihre finanzielle Belastung und ihren finanziellen Status am Ende des Monats befragt. Darüber hinaus wurden sie zu ihren Erfahrungen mit kirchlicher emotionaler Unterstützung interviewt. Sie wurden z.B. gebeten ein zuschätzen, wie oft sie von jemand anderem als ihrem Pastor oder Priester hörten, dass sie geliebt würden und sich jemand um sie sorgt, wie oft sie mit jemandem über ihre privaten Probleme und Angelegenheiten sprachen und wie oft jemand Interesse an ihrem Wohlbefinden äußerte. Diese Fragen wurden für Nicht-Kirch engänger modifiziert, z.B. so, dass die Fragen in Bezug auf Menschen, die sie unterstützen, nicht mit der Kirche in Verbindung gebracht wurden.

Die Ergebnisse zeigten, dass im allgemeinen Menschen mit finanzieller Belastung eine schlechtere Gesundheit haben. Allerdings wurden die Effekte der finanziellen Belastung weitgehend ausgeglichen, wenn die soziale Unterstützung hoch war. Unterstützung im direkten Umfeld zu haben, scheint als Puffer gegen die negativen Effekte finanzieller Belastung zu wirken. Interessanterweise zeigen die Daten, dass die soziale Unterstützung von GlaubensgenossInnen sehr viel wirksamer in der Abpufferung der Stressfolgen ist. Und die Bedeutung der Unterstützung durch die Kirche ist für Afro-AmerikanerInnen am größten. Im allgemeinen scheint es so zu sein, dass die Kirchen häufig eine ganz besondere Quelle sozialer Unterstützung darstellen, die gerade in Zeiten mit viel Stress besonders bedeutsam ist.

Aus: Exploring the Stress-Buffering Effects of Church-Based and Secular Social Support on Self-Rated Health in Late Life von Neil Krause, in: Journal of Gerontology: Social Sciences, 61b/2006, S. 535 - 543

FORSCHUNG: Bedauern und Wohlbefinden

In einem ihrer bekanntesten Lieder behauptet die berühmte französische Chansonsängerin, Edith Piaf, stolz: Je ne regrette rien“, also: „Ich bereue nichts“. Wie die Forschung zeigt, mag das nicht nur eine sehr gesunde Lebenseinstellung sein, sondern auch eine, die wir im Alter immer besser beherrschen. In diesem Fall unter suchten die ForscherInnen die Beziehung zwischen Bedauern und der eigenen Lebensqualität über die
Lebensspanne hinweg. Im Rahmen dieser Studie berichteten Leute, die als „jung“, „mittleren Alters“ und über 60“ klassifiziert wurden, über ihr größtes Bedauern in Bezug auf etwas, was sie am liebsten unterlassen, und etwas, was am liebsten getan hätten. Sie schätzten darüber hinaus ein, wie hoch der Stress sei, der mit ihrem Bedauern und der Frage verbunden war, ob sie etwas gegen die Konsequenzen tun konnten, und wie sehr sie sich darum kümmerten, etwas gegen ihr Bedauern tun zu können. Sie wurden außerdem gefragt,in welchem Ausmaß sie deprimiert seien, Gesundheitsprobleme hätten und mit ihrem Leben zufrieden seien. Zusätzliche listeten sie ihre Zukunftsziele für die nächsten fünf Jahre auf.

Als erstes fanden die ForscherInnen heraus, dass es keine großen Unterschiede in den Formen des Bed auerns gibt, das Leute in ihrem Leben haben. Gefühle des Bedauerns in Bezug auf Familie und Liebe nahmen 35% und Beruf und Ausbildung 23% in Anspruch. Die Ergebnisse zeigten, dass die ältere Stichprobe weniger Möglichkeiten dafür sah, etwas gegen die Konsequenzen zu tun, allerdings, was wichtiger ist, sie kümmerten sich weniger um ihr Bedauern und seine Konsequenzen.

Intrusive Gedanken in Bezug auf das Bedauern waren in allen Altersstufen ebenso mit depressiven  Symptomen verbunden wie mit Gesundheitsproblemen und einer geringeren Lebenszufriedenheit. Allerdings berichteten die älteren Erwachsenen weniger über intrusive Gedanken als jüngere Leute. Außerdem waren die älteren Erwachsenen im Vergleich zu den jüngeren besser in der Lage, ihre negativen Emotionen zu regulieren.

Schließlich stellte das Vorhandensein von Zukunftszielen einen Puffer gegen intensive negative Gefühle dar, die mit dem Bedauern verbunden waren, und erhöhte die Lebenszufriedenheit. Im allgemeinen scheint es so
zu sein, dass älteren Menschen die Aufgabe des berühmten Sprichwortes gemeistert haben, dass man ändern soll, was man ändern kann; akzeptieren, was unvermeidbar ist und dass man den Unterschied zwischen beiden kennen soll.

Aus: Regret and Quality of Life Across the Adult Life Span: The Influence of Disengagement and Available Future Goals von Carsten W. Rosch, Isabell Bauer & Michael F. Scheier, in: Psychology and Aging, 20/2005, S. 657 - 670

IN DEN NACHRICHTEN

* SORGEN WEGLACHEN
Eine der erfolgreichsten und einfachsten Formen des Yoga-Training schließt das Lachen mit ein. Jeffrey Briar, der seit mehr als 30 Jahren Yogalehrer ist, folgt dem alten Sprichwort: „Lachen ist die beste Medizin“. Diese
Orientierung des Yoga wird seit vielen Jahren in Indien praktiziert. Briars Lehrerin, Mada Kataria,eine indische Ärztin, hat das Buch „Lachen ohne einen Grund“ geschrieben, das die Absicht hat, Menschen dabei zu helfen, sich zu entspannen und Lachen als persönliche Form der Medikation zu akzeptieren. Sie begründet das damit, dass der Körper mit dem Lachen chemische Wirkstoffe produziert, die Stressreaktionenreduzieren.

Briar schlägt vor, dass Sie, wenn Sie das nächste mal eine bekannte Stresssituation erleben, die Gelegenheit zum Lachen nutzen. Die Rechnung für die Kreditkarte, der verlorene Schlüssel,der platte Reifen es hat keinen Sinn, sich darüber zu ärgern. Lachen ermöglicht es, dass sich die Bedeutung des Ereignisses vom Tragischen zum Komischen wandelt. Wie Briar argumentiert, kann das Lachen sich unter solchen Umständen zunächst gekünstelt anfühlen; dennoch kann das Lachen eventuell ein Gefühl von Fröhlichkeit hervorrufen, wenn man mit dem Lachen fortfährt, auch wenn die Situation nicht offensichtlich komisch ist. Aus der Rolle, die man spielt, entsteht eine Realität, „die aus dem Herzen kommt“.

From: "Laughing till You Can't Cry" von Amanda Strindberg, in: Philadelphia Inquirer, 12. Januar 2006, M1-M2

* BETTY FRIEDAN HINTERLÄSST EIN ERBE
Betty Friedan, die berühmte Autorin von „Der Weiblichkeitswahn“, das vor über 40 Jahren veröffentlicht wurde, ist an ihrem 85. Geburtstag, dem 4. Februar, gestorben. Die Beschreibung des „Problems ohne  Namen“ (die langweilige und ermüdende Arbeit einer Vollzeit-Hausfrau) diesem Buch ließ in den 60ern bei den ausgebildeten verheirateten Frauen ohne Karriere eine Saite anklingen. Es half dabei,di Frauenbewegung zu entfachen, die sich gerade zu dieser Zeit zu entwickeln begann. Obgleich sie selber verheiratet war und Kinder hatte, vermied sie sanfte Falle der Häuslichkeit, indem sie Reporterin wurde. Nachdem sie später geschieden war, setzte sie ihr öffentliches Leben fort. Sie war die Begründerin von NOW, der National Organization of Women, und von NARAL, einer Organisation für das Recht auf Abtreibung. Sie widmete ihr Leben feministischen Themen und 1993 veröffentlichte sie ihr letztes Buch, „Mythos Alter“, eine Kritik des gesellschaftlichen Umgangs mit dem Alter. Sie wollte der Art und Weise widerstehen, in der über alte Men schen mit derselben „bevormundenden, ´mitfühlenden´ Verleugnung ihrer Persönlichkeit“gesprochen wurde, die „20 Jahre zuvor von Experten, die über Frauen sprachen, zu hören war“. Laut Eleanor Smeal, der Prä sidentin von NOW, war diese Arbeit über das Alter für sie genauso wichtig wie es ihre frühere Arbeit gewesen war. „Sie wollte, dass die Menschen, vor allem Frauen, sie als Jahre sehen,die kreativ und produktiv sein können“, so wie ihre es waren. Betty mag gegangen sein, aber ihr „boop“(1) wird für die Ewigkeit lebendig bleiben.

Aus: Friedan 'opened doors and minds': "Feminist mystique" sparked women's lib movement in 1960's von Tom Vanden Brook and Craig Wilson. USA Today, 7. Februar 2006.

*MIT 79 FEIERN
Der Football-Coach der Penn State University, Joe Paterno, der seinen 79. Geburtstag am 21. Dezember 2005 gefeiert hat, bekam in Form des Associated Press and Sporting News Award ein wunderbares Geburt stagsgeschenk: er wurde zum Coach des Jahres gekürt. Das war für Paterno wirklich ein Comeback, nachdem seine Teams in den letzten Jahren wirklich eine Pechsträhne gehabt hatten. Viele Fans glaubten, dass Paterno nach 40 Jahren als Cheftrainer zu alt geworden war,um noch in der zunehmend harte Kon kurrenz der Footballsaison der Big Ten(2) Schritt halten zu können. Aber als die Stimmen aus der Umfrage der Associated Press ausgezählt wurden, hatte Paterno 45 der 65 Stimmen erhalten. Warum? Weil die Penn State University in diesem Jahr die Meisterschaft der Big Ten mit einer 10-1 Saison und damit die Chance, in der Orange Bowl am 3. Januar zu spielen, gewonnen hatte. Das Team gewann auch das Spiel in der Bowl.

Paterno wuchs in Brooklyn auf und studierte Literatur an der Brown University, wo er dann ein berühmter  Philanthrop und hochbezahlter Coach stiftete Paterno der Penn State University mehr als 3 Millionen Dollar, wovon eine großer Teil zur Unterstützung der jetzt so benannten „Paterno Bibliothek“ verwendet wurde.

Aus: Paterno's present: Lions coach honored for comeback season von Frank Fitzpatrick. Philadelphia Inquirer, 21. Dezember 2005, C-1, C-6.

* DAS FAHREN AUFGEBEN

Kraftfahrzeuge und Unabhängigkeit werden in den USA so eng miteinander verbunden, dass es eine größere Bedrohung darzustellen scheint, das Fahren aufzugeben. Dennoch hat sich eine neue Geschäftsart mit vielversprechenden Möglichkeiten entwickelt. Der Plan, der nun in Portland, Maine, umgesetzt wird, ist Modell für andere Kommunen in der Welt. Er funktioniert so, dass jemand, der nicht mehr fahren möchte, sein Auto einem Netzwerk stiftet, das einen Kredit gibt, der vom Wert des Wagens abhängt. Auf dieser Basis ist die SpenderIn in der Lage, Fahrten zu buchen,die entweder von ehrenamtlichen oder von der Hauptgeschäfts stelle der Oganisation bezahlten FahrerInnen gemacht werden. Also, wenn jemand ein Auto im Wert von $ 3000 hat, gibt man den Wagen für dieselbe Anzahl von Fahrten in Zahlung. Freunde, Familienmitglieder und die SpenderIn selber können auf das Konto einzahlen, um es aufzufüllen. In diesem Jahr wurden Pilot pro gramme, die die Idee aus Portland kopieren, in Santa Monica, (Kalifornien), Orlando (Florida), Charleston (South Carolina) und Trenton (New Jersey) eingeführt. Ein Auto zu haben, das auf einen wartet, ist etwas ganz anderes als an einer Straßenecke zu stehen und auf den Bus zu warten. Kein Wunder also, dass es sehr viel befriedigender für diejenigen ist, die die Gelegenheit haben, das System zu nutzen. Lasst uns hoffen, das große Idee weit reichen.

Aus: Trade-in deal: They give up cars and are given drivers by David Sharp, Philadelphia Inquirer,17.Januar 2006, A3

(1) Das „boop“ bezieht sich wahrscheinlich auf die amerikanische Komikfigur Betty Boop, die für die Sexual isierung des Weiblichen steht (die Übersetzerin).
(2) Big Ten ist die Vereinigung für den amerikanischen College-Sport.

LESERECHO

Anthony Bolton bat uns, das folgende mitzuteilen:

Dr. Bill Thomas und seine Frau Judy Meyers-Thomas sind Umgestalter und gerade im letzten Mai haben sie auf dem Northeastern Visioning Council – der auf ihrer Farm und ihrem Ruhesitz im Hinterland von New York abgehalten wurde – ihre neueste Idee vorgestellt. Ihr „Eden Alternative“ (TM) hat gerade unser Denken über häusliche Pflege revolutioniert. Ihr „Green House Project“ hat gerade Pionierarbeit bei einem ganz neuen Ansatz in der stationären Langzeitpflege für gebrechliche ältere Menschen geleistet.

Jetzt bietet Eldershire eine erfrischende Herausforderung für das traditionelle Denken ube eine an von Seniorengemeinschaften“ an. Ich freue mich, Ihnen die untenstehende Ankündigung über eine Reihe von Informationsworkschops und die Gelegenheit, Avalon – das erste Eldershire Demonstrationsprojekt, das sich auf einer landschaftlich reizvollen Bergkuppe die Straße hinter Thomas Farm hinunter befindet - besuchen zu
können, mitzuteilen.

Die Erfinder der „Eden Alternative (TM)“ Bill und Jude Thomas und  Arthur Rashap möchten InteressentInnen für einen Informationsworkshop über das Konzept der Eldershire Community und das Pionierprojekt Avalon einladen. Wählen Sie den für Sie günstigsten Termin aus den Terminen für die Wochenendseminare aus: vom 10. – 12. März, vom 31. März – 2. April und vom 5. – 7. Mai.

Der Workshop ist für diejenigen geeignet, die daran interessiert sind, das Leben in Avalon kennenzulernen, die darüber nachdenken, eine Eldershire Community an ihrem eigenen Wohnort zu entwickeln oder für diejenigen, die einfach etwas lernen wollen. Eldershire ist ein neues Konzept des Wohnungsbaus und der Gemeinwesenentwicklung, das die Geschichte und die Kreativität unserer Zeit nutzt. Es schließt das Schaffen einer bereichernden Erfahrung für ältere Menschen ein,die es den BewohnerInnen erlaubt, weiterhin wachsen zu lernen, teilzuhaben und mit Würde und Geist zu altern.

Eine Eldershire Community dreht sich um die nützlichen Beiträge, die ältere Menschen unserer Gesellschaft leisten können. Eine Eldershire Community umfasst eher die Idee eines intentionalen Gemeinwesens, als dass sie das Modell geschlossener Wohnanlagen oder einer Rentnersiedlung mit Dauerpflege wiederholt. Das Design einer Eldershire Community schließt eine Gruppierung von Privathäuser ein, die die Interaktion zwis chen den BewohnerInnen fördert. Die BewohnerInnen teilen Räume innerhalb und außerhalb des Hauses sowie Einrichtungen wie z.B. Garten, Gemeinschaftsräume, Wege und Spielräume. Ein gemeinsames Haus wird für gemeinsame Mahlzeiten, Treffen, Workshops, Büros, Post und andere Aktivitäten genutzt. Ein zen traler und fahrzeugfreier Campus und andere Gemeinschaftsräume unterstützen die Beziehungen zwischen den BewohnerInnen, Nachbarn und Gästen. Wenn Sie mehr Information wünschen, schauen sie unter www.eldershire.net nach oder rufen Sie Arthur Rashap unter (001 - 607) 674-2650 an oder senden Sie eine Email an arashap@eldershire.net

BÜCHER UND FILME

Seven Sins for a Life Worth Living von Roger Housden, Harmony Books, 208 Seiten, $18.95.

In seiner Sammlung eigenartiger, aber unterhaltsamer Essays hat Roger Housden, ein britischer Schrift steller, der während seiner Weltreisen und seiner Arbeit alles gesehen und getan hat, versteht es gut, die richtigen Abkürzungen zu einem erfüllten Leben zu finden. Einer ungeplanten Erfahrung, die er mit 53 Jahren mit einer bezaubernden Frau machte, ist es geschuldet, dass er realisierte, dass „das einzige Glück, für das es sich zu leben lohnt, die volle sinnliche Erfahrung ist, die jetzt möglich ist“. Sein Buch preist viele Sünden, einschließlich des Genusses, verrückt, nicht-wissend und durchschnittlich zu sein. Sein Kapitel über die Faul heit mit dem Titel „Das Vergnügen, nicht Nützliches zu tun“, enthält zeitlose Lektionen für alle Workaholics unter uns. Im allgemeinen gibt das Buch wirklich einen erfrischenden und einladenden Blick auf das Ver halten, durch dessen Vermeidung wir unser Leben eingeschränkt haben.

Film: Neil Youngs „Heart of Gold“

Neil Young: Der gerade herausgekommene Film hat vier Sterne erhalten und ist als Konzertfilm ein Muss für alte Rocker, die schon immer das „In-die-Ferne“-Falsett von Neil Young geliebt haben. Hinter ihm auf der Bühne stehen Emmylou Harris, eine berühmte Country-Sängerin, und seine Frau, Pegi, sowie Ben Keith, die die Musik lebendig machen. Ein besonderes Merkmal dieser Show ist die Musik von Youngs neuestem Album „Prairie Wind“, eine Sammlung von Liedern, die er vor seiner Operation eines Gehirnaneurysmas geschrieben hat. Der Kinofilm präsentiert diese Songs zusätzlich zu einigen älteren Young-Klassikern wie bspw. „Heart of Gold“. Der Filmkritikerin Carrie Rickey sagt: „Er spielt sein Instrument so, dass er uns damit zu Tränen rührt. Es ist ein Kino- und Filmglück.“

ANKÜNDIGUNGEN UND VERANSTALTUNGE

*INVEST IN AGING, Strengthening Families, Communities and Ourselves, Joint Conference of the National Council on the Aging, and the American Society on Aging March 16-19, 2006 Anaheim, CA.

*SENIOR THEATRE will be featured at the Summer 2006 conference of the Association for Theatre in Higher Education (ATHE). The conference will be held August 3-6 in Chicago at the Palmer House Hilton Hotel. The sessions will include: using life memories to create productions, directing the mature performer, the history of
Senior Theatre, and a Senior Theatre performance. See www.seniortheatre.com for details as they become available.

*AMERICAN PSYCHOLOGICAL ASSOCIATION MEETINGS
August 10-13, 2006. New Orleans

Leserinformationen

- Wenn Sie diesen Rundbrief abonnieren wollen, besuchen Sie bitte:
www.positiveaging.net

- Fragen und Rückmeldungen
Wenn Sie Fragen haben oder den LeserInnen des Rundbriefes Material vorstellen wollen, schreiben Sie bitte Mary Gergen an gv4@psu.edu.

- Vergangene Ausgaben
Vergangene Ausgaben des Rundbriefes sind archiviert unter:www.positiveaging.net

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