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Der Positiv Altern" Rundbrief
http://www.healthandage.com
November - Dezember 2005
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Rundbrief Positiv Altern"
von Kenneth und Mary Gergen
für einen produktiven Dialog zwischen Forschung
und Praxis
unterstützt durch: Web-based Health Education Foundation
und dem Taos Institute
Ausgabe Nummer 35
Übersetzt von Dipl.-Psych. Thomas Friedrich-Hett
und überarbeitet von Dr. phil. Sylvia Roderburg
In dieser Ausgabe:
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- KOMMENTAR: Ruhestand oder Renaissance?
- FORSCHUNG: Beziehungen, Emotionen und Gesundheit
- FORSCHUNG: Die Reifende Persönlichkeit
- IN DEN NACHRICHTEN
- BÜCHER
- WEBSEITEN
- ANKÜNDIGUNGEN UND VERANSTALTUNGEN
- Informationen für LeserInnen
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*** KOMMENTAR: Ruhestand oder Renaissance? ***
Wir haben gerade ein Rezensionsexemplar von Robert
Weiss neuem Buch "Die
Erfahrung des Ruhestands" erhalten. Da uns das Lesen
dieser Arbeit sehr
angeregt hat, haben wir uns entschieden, im Gegensatz
zur üblichen
Buchrezension einen Essay darüber zu schreiben.
In früheren Zeiten beinhaltete das Wort Ruhestand
oft negativen
Konnotationen wie "unnütz", "müde" und "unfähig".
Der Wert eines
Individuums wurde größtenteils mit der "Produktivität
seiner Arbeit"
gleichgestellt. Da die Möglichkeit, aktiv und
freigiebig zu leben, sich
jetzt auch auf die 80er oder 90er Jahre erstreckt,
wird das traditionelle
Konzept zur Karrikatur. Allerdings wird von den 89
Menschen mit
erfolgreichen Karrieren, die von Weiss vor und nach
dem Eintritt in den
Ruhestand interviewt wurden, attestiert, dass der Begriff
Ruhestand
weiterhin zweideutig bleibt. Aber unsere Schlußfolgerung
nach der
Begegnung mit diesem Buch ist, dass wir das Konzept
des Ruhestands gut
durch das der "Renaissance" ersetzen können.
Dabei muss als erster der Autor selbst betrachtet werden.
Nach seiner
Emeritierung am Endeaus einer glänzenden Karriere
als Professor der
Soziologie an der Universität von Boston, Massachusetts,
nahm Weiss die
Herausforderung an, den Prozess zu untersuchen, in
den er selbst
involviert war. Diese Forschung wurde zu einem seiner
wesentlichen neuen
Projekte. Ähnlich wie bei vielen der von ihm Interviewten
finden wir
intensive Bilder des Ruhestands, die nicht ein Ende,
sondern einen Anfang
bedeuten; es ist der Beginn eines Lebensmusters, das
öfter erfüllender ist
als die Berufsjahr zuvor.
In Bezug auf die Gründe dafür, sich aus dem
Berufsleben zurückzuziehen,
standen in dieser Stichprobe "die Freiheit, etwas neues
zu tun" an der
Spitze der Liste. Der Ruhestand ist Zeit, um Ambitionen
zu realisieren
und Risiken einzugehen, die während der Erwerbstätigkeit
aufgeschoben
wurden.
Es ist nicht so, als ob Muße nicht wertgeschätzt
würde (viele Pensionäre
fanden, dass die zweite Tasse Kaffee beim Lesen der
Morgenzeitung ein
herrlicher Aspekt des Ruhestandes ist). Wie auch immer,
sie genießen auch
die neuen Möglichkeiten zur Verwirklichung, und
zwar speziell von Zielen,
bei denen man selbst involviert ist. Der Ruhestand
öffnet die Türen, die
es dem eingesperrten Vogel erlauben zu fliegen.
Man könnte geneigt sein zu sagen, dass der Ruhestand
zu einer Zeit der
Selbstexploration und der Selbstaktualisierung wird.
Aber diese Interviews
machen auch klar, das Alleinsein eine der größten
Gefahren für das
Wohlbefinden darstellt. Viele Ruheständler bedauerten
es, ihre
Arbeitsbeziehungen aufgegeben zu haben; ihre Kollegen
waren oft eine
Quelle der Bestätigung und Unterstützung.
Diese Stichprobe fand es
außerordentlich wichtig, diese soziale Lücke
zu füllen, um wieder ein
befriedigendes Leben zu führen. Für einen
Mann, der den Verlust seiner
ArbeitskollegInnen bedauerte, kam die Lösung,
als sich seine Frau in der
Kirchengemeinde engagierte. Langsam wurde er in die
Aktivitäten einbezogen
und seine beruflichen Fähigkeiten wurden bald
für das Wohlergehen der
Kirche sehr wichtig. Schon bald gewann er neue Kollegen,
die seine
Beiträge sehr schätzten.
Zu einem erfolgreichen Ruhestand gehört für
viele ein soziales Leben, das
mit der Vorruhestandszeit vergleichbar ist. Für
alleinstehende Rentner ist
es eine größere Herausforderung. Ein herausragendes
Beispiel ist eine
alleinstehende Frau, die mehrmals monatlich ein gemeinsames
Essen mit
ArbeitskollegInnen arrangierte, zweimal im Jahr nach
Europa reiste, als
Freiwillige für ihr ehemaliges College arbeitete,
eine
Nachbarschaftszeitung herausgab und gleichzeitig noch
Beziehungen mit
einer großen Familie pflegte. Diese Aktivitäten
machten die verloren
gegangenen täglichen Kontate mehr als wett. Am
wichtigsten war für viele
die Art der Beziehung zu ihrem Lebenspartner. Ehebeziehungen
verändern
sich als Folge des Ausscheidens aus dem Berufsleben
- meist zum besseren
hin. Kinder und Enkelkinder stillen das Bedürfnis
nach Intimität, und
viele Großeltern finden besondere Freude daran,
mit der nächsten
Genaration der Familie zu spielen (aber nicht, sie
zu betreuen).
Nachfolgend die von Weiss selbst befolgten Ratschläge
für den Ruhestand:
1. Konsultiere einen Finanzberater. Seine Kunden konnten,
sofern sie ein
eigenes Haus besaßen, bequem mit der Hälfte
ihres üblichen Einkommens
leben (Die meisten begannen waren zunächst gehobene
Mittelklasse).
2. Mache etwas, was Du genießt. Die ideale Arbeitssituation
ist
Engagement, allerdings sgtressfrei und flexibel in
der
Arbeitszeitgestaltung. Weiss schloss daraus, dass das
Ideal für diese
Stichprobe eine "Beschäftigung" von zwei Tagen
pro Woche ist.
3. Verlasse die Arbeit auf die bestmögliche Art
und Weise. Vielleicht
willst Du einmal als Teilzeitbeschäftigter oder
Berater zurückkehren.
Viele tun das.
4. Plane keinen Umzug aus Deiner Umgebung, bevor Du
nicht Deine neue
"Traum-Heimat" ausprobiert hast. Verbringe zuerst ein
paar Wochen zu zwei
verschiedenen Jahreszeiten in Deiner neuen Umgebung.
5. Es müssen vorsichtig Absprachen zwischen Ehepartnern
bezüglich der
Rente getroffen werden. Oft gehen Ehemänner eher
in den Ruhestand als ihre
Ehefrauen und wollen dann ihre Frauen bei sich zu Hause
haben. Viele
Frauen sind dann an der Spitze ihrer Karriere und wollen
sie nicht
verlassen. Einige Frauen sagen dazu: "mit allen Vor-
und Nachteilen, aber
nicht zum Essen." Zeit, um für unabhängige
Aktivitäten kann für beide
Partner sehr wichtig sein.
6. Die eigenen Eltern zu versorgen, kann eine wichtige
Aufgabe im
Ruhestand sein. Geschwister müssen sich darüber
einigen, übereinstimmen,
wie sie ihre Eltern unterstützen wollen. Mache
Dinge, die dir ein gutes
Gefühl geben. Genieße Deine Muße.
Reise mit Komfort und Bequemlichkeit.
7. Der vielleicht interessanteste Vorschlag von Weiss
ist, die Neigung zu
planen und zu kontrollieren, was mit uns passiert,
zu verringern. Die
meiste Zeit unseres erwachsenen Lebens müssen
wir unsere Tage umsichtig
planen und versuchen, ungebetene Eingriffe in unsere
Abläufe zu
reduzieren. Weiss empfiehlt Planungen für ungefähr
50% unserer Zeit und
den Rest dem Zufall zu überlassen. Auf diese Weise
ist man ermutigt, neue
Dinge auszuprobieren, in neuen Bahnen zu denken und
den kreativen Säften
das Fließen zu erlauben. Wenn wir spontaner leben,
öffnet sich die Welt
auf erfreuliche Art und Weise. Vielleicht ist dies
ein besonders guter
Ratschlag für die Ferienzeit, die vor uns liegt.
Aber: sollten wir diese
Phasen von Spontanität planen, oder sie einfach
passieren lassen?
Ken and Mary Gergen
Aus: Weiss, Robert S. (2005). The Experiment of Retirement,
Ithaca, New
York: Cornell University Press.
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*** FORSCHUNG: Beziehungen, Emotionen und Gesundheit
***
Wir haben in diesem Rundbrief über verschiedene
Studien berichtet, die
eine hohe Korrelation zwischen engen sozialen Bindungen
und guter
Gesundheit demonstrieren. Ebenso haben wir über
andere Forschungsstudien
berichtet, die den gesundheitlichen Nutzen positiven
Denkens zeigen. Die
gegenwärtige Studie hilft dabei, unser Verständnis
weiter zu entwickeln,
indem sie beides, soziales Leben und positive Emotionen
zusammen
betrachtet. Das Hauptthema dieser Studie ist die Herzfunktion.
Wenn es
eine Beziehung zwischen unserem sozialem Leben und
einer gesunden
Herzfunktion gibt, wie sieht sie aus? Wird diese Beziehung
in irgendeiner
Art und Weise modifiziert, wenn man positive Emotionen
dabei
berücksichtigt?
Um diese Sachverhalte zu untersuchen, beteiligten sich
zehn Männer und
dreiundzwanzig Frauen aus kommunalen Seniorenzentren
freiwillig daran,
eine umfassende Einschätzung ihres täglichen
Lebens zu erfassen. Die
Gruppe variierte im Alter von 60 bis 87, die meisten
hatten einen
Collegeabschluß und ihr durchschnittliches Jahreseinkommen
betrug 29000$.
Jeder Teilnehmer nahm zusätzlich an zwei Messungen
teil. Zuerst schätzten
sie ihre Beziehungen zu anderen ein. Menschen mit hohen
Werten auf dieser
Skala stimmten zu, dass die meisten Menschen sie als
liebenvoll und
herzlich betrachten und dass sie vertrauenswürdige
Freunde haben. Als
zweites sollten die TeilnehmerInnen an 60 Tagen einschätzen,
in welchem
Grad sie positive und negative Gefühle erlebt
hatten. Wie sehr hatten sie
sich bestürzt oder irritiert, enthusiastisch oder
stolz gefühlt? Während
dieser 60 Tage maßen die Teilnahmer auch ihren
Blutdruck. Jeden Morgen und
jeden Abend füllten die Teilnehmer ein Arbeitsbuch
mit ihren
Einschätzungen aus und schickten die Ergebnisse
jede Woche per Email zu
den ForscherInnen.
Die Ergebnisse waren signifikant. Die Forscher fanden
einen Zusammenhang
zwischen positiven sozialen Beziehungen und Blutdruckwerten;
je positiver
die Beziehungen, desto niedriger der Blutdruck. Das
gleiche galt für
positive Emotionen. Interessanter aber die Effekte
von Beziehungen und
Emotionen bei der Bewältigung von Phasen von Stress,
Irritation,
Enttäuschung und ähnlichem. Das Ergebnis
hier war, dass sowohl gute
Beziehungen als auch positive Emotionen besonders hilfreich
dabei sind,
über die unvermeidlichen Zeiten voller Schwierigkeiten
hinweg zu kommen.
Es ist wichtig festzustellen, dass ein Anstieg des
Blutdrucks nicht per se
pathologisch ist. Es ist natürlich möglich,
dass eine langsame Erholung
von Stressreaktionen riskant für ältere Erwachsene
ist. Positive soziale
Beziehungen scheinen die kardiovaskuläre Genesung
zu verbessern, die dem
Erlebnis negativer Emotionen folgt. Positive Emotionen
können auch während
des folgenden Tages anhalten. Wenn die Zeiten schwierig
sind, der Stress
hoch ist und üble Gefühle uns im Griff haben,
erreicht die Bedeutung von
guten sozialen Beziehungen und positiven Emotionen
ihren Höhepunkt. Die
alte Weisheit scheint es zutreffend zu beschreiben:
"Ein Freund in der Not
ist ein wirklicher Freund".
Aus: Cardiovascular Intraindividual Variability in
Later Life: The
Influence of Social Connectedness and Positive Emotions
von Anthony D. Ong
und Jason C. Allaire. In: Psychology and Aging, 2005/20,
S. 476-485.
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*** FORSCHUNG: Die Reifende Persönlichkeit ***
Wie verändern sich Menschen in ihrer Persönlichkeit,
während sie altern?
Vor längerer Zeit behauptete ein Verwandter von
uns, dass sich Menschen
nicht wirklich verändern. "Sie werden nur mehr
so, wie sie sind." Die
folgende Forschungsstudie versucht zu entdecken, was
sich während des
Alterns verändert, wenn sich überhaupt etwas
verändert. Fünf
Persönlichkeitsmermale wurden mit der Baltimore
Langzeitstudie über
Altern, die beinahe 2000 Menschen umfasst, genau untersucht.
Insgesamt
scheint es während des Alterns nur graduelle Veränderungen
in der
Persönlichkeit zu geben. Die gute Nachricht ist,
dass Neurotizismus - die
Tendenz, nervös, aufgeregt und irritierbar zu
sein - über die Zeit hinweg
bis ungefähr zum 80. Lebensjahr abnimmt. Extraversion
und Offenheit
bleiben stabil und beginnen dann um die 70 abzunehmen.
Auf der anderen
Seite nehmen ein angenehmes Wesen so wie Pflichtgefühl
ungefähr bis zum
70. Lebensjahr zu. Insgesamt behaupten die ForscherInnen,
dass
"Persönlichkeitsveränderungen im Erwachsenenalter
sehr moderat sind."
Aus unserer Sicht finden wir es gefährlich anzunehmen,
dass Geschichte
Schicksal ist, dass wir bis auf kleine Modifikationen
einfach bleiben, wie
wir immer waren. Wie im Essay dieser Ausgabe gezeigt
wurde, bringen die
"Jahre der Renaissance" viele neue Möglichkeiten
hervor und so, wie wir
neue Beziehungsformen und Lebensmuster entwickeln,
wenn wir in ein neues
Milieu kommen, so können sich auch unsere persönlichen
Neigungen
verändern. Es ist niemals zu spät für
die Entdeckung neuer Potenziale.
Aus: Hierarchical Linear Modeling Analyses of the NEO-PI-R
Scales in the
Baltimore Longitudinal Study of Aging by Antonio Terracciiano,
Robert R.
McCrae, Larry J. Brant, and Paul T. Costa, Jr., Psychology
and Aging,
2005, 20, 493-506.
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*** IN DEN NACHRICHTEN ***
* DER HEILENDE PFOTE
Eine 87jährige Freundin von lag im Krankenhaus,
um sich von einem
fünffachen Bypass zu erholen; ihre Tochte nahm
einen Englischen Springer,
der Max hieß und sie besuchen sollte, um sie
bei ihrer Wiederherstellung
zu helfen. Skeptiker würden sich vielleicht fragen,
ob es Max erlaubt
wurde, sie zu besuche, aber seine Besuche haben erst
kürzlich
Unterstützung durch eine wissenschaftliche Studie
über die physiologischen
Effekte von Krankenhausbesuchen von Hunden in Begleitung
einer Person, von
der menschlichen BesucherIn allein und ohne jeglichen
Besuch bekommen.
Kathie Cole, eine Krankenschwester vom Medical Center
der Universität von
Kalifornien, führte diese Studie durch, die auf
der Jahrestagung der
American Heart Association präsentiert wurde.
Sie und ihre KollegInnen
untersuchten Herzinsuffizienz-PatientInnen von 76 Jahren
und älter. Die
physiologischen Reaktionen der PatientInnen wurde vor,
während und nach
dem Besuch gemessen. Die Messungen ergaben einen Rückgang
von 24% von
Angstgefühlen bei PatientInnen, die einen Besuch
von einem Hund hatten im
Vergleich zu nur 10%, wenn die menschliche BesucherIn
allein kam. Die
Kontrollgruppe wies keine Veränderung im Grad
der Angstgefühle auf. In
Bezug auf Stresshormone wurden die besten Ergebnisse
erziehlt wenn die
PatientInnen von einem Hund in Begleitung einer Person
besucht wurden.
Diese Forschungsergebnisse unterstützen die Aufgabe
therapeutischer
Programme, die Tierbesuche mit einschließen.
In Dallas ist zum Beispiel
ein Therapieprogrammam Baylor Health Care System, das
Tierbesuche mit
einschließt, so populär, dass es von einem
Hund im Jahr 1985 auf heute 84
Hunde angewachsen ist. Die medizinische Pflege scheint
"auf den Hund zu
kommen", aber diesmal scheint es eine gute Idee zu
sein.
From: A cold nose for ailing hearts by Jamie Stengle,
Philadelphia
Inquirer, 16. November 2005, A6
* GESETZ ZUM POSITIVEN ALTERN
Hillary Rodham Clinton (D. NY) hat zusammen mit Senatorin
Susan Collins
(R. Maine) ein Gesetz gefördert, das darauf zielt,
gerontopsychiatrische
Dienste zu einem integrierten Teil der kommunalen Erstversorgung
zu machen
und ihn auf andere Bereiche auszudehnen, wo SenorInnen
leben und Dienste
in Anspruch nehmen. Das Gesetz heißt "Positive
Aging Act of 2005".
Aus: Monitor on Psychology, 11. September 2005
* EIN PARADIES FÜR RÄDER
Die karibische Insel St. John, ein tropisches Paradies,
ist jetzt für
Menschen mit Behinderungen zugänglich wie nie
zuvor. Stanley Selengut, der
Besitzer dreier ökologischer Urlaubsresorts, entschied,
aus seinem
neuesten Resort "Estate Concordia" auf St. John, einen
wahren Zufluchtsort
für Leute mit besonderen Bedürfnissen zu
machen. Das Resort, das Öko-Zelte
als Unterkünfte hat, ist speziell mit rollstuhlfreundlichen
Rampen und
Laufstegen, extra-großen Badezimmern, offenen
Duschkabinen und
benutzerfreundlichen Einrichtungen und Geräten
ausgestattet. Er hat auch
Vereinbarungen mit lokalen Unternehmen über Taxis
mit Rampen, Wege zum
Wasser für Rollstühle getroffen und Hinweise
für das Einschiffen
derjenigen gegeben, die von Booten aus schnorcheln
wollen. Das Resort ist
ein Modell für das, was clevere Geschäftsplaner
möglicherweisen nachahmen
möchten, wenn sie die Interessen der Leute aufgreifen,
die spezielle
Arrangements benötigen, um einen wirklich bezwingenden
Urlaub zu erleben.
Aus: For Disabled Travelers, it's the First Resort
von Claudia Dreifus,
AARP Bulletin, Oktober 2005.
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*** BOOK REVIEWS ***
"Wie sagt man es den Älteren? - Wie man die Kommunikationskluft
mit
unseren Älteren schließen kann" von David
Solie.
Prentice Hall Press, 2004. Paper, $15.95. www.penguin.com
Es handelt sich hier um ein sehr interessantes und
kreatives Buch, das von
einem Finanzberater geschrieben wurde, der in Medizin
und
Entwicklungspsychologie ausgebildet ist und der eine
persönliche Mission
hat: älteren Menschen zu helfen, unabhängig
von ihrem physischen Zustand
gut zu leben. Das Buch hat zum Ziel, uns beim Verstehen
der speziellen
Entwicklungsthemen älterer Mensche zu helfen;
zu erkennen, wie wir am
besten mit älteren Menschen kommunizieren können;
Fertigkeiten zu
empfehlen, die gelernt werden können, um die intergenerationelle
Kommunikation zu fördern und Menschen dabei zu
helfen, Fürsprecher für die
ältere Bevölkerung zu werden. Solies These
lautet, dass zwei sehr wichtige
Entwicklungsaufgaben gibt, die im Zentrum der Anliegen
älterer Erwachsener
stehen. Zum einen wollen sie die Kontrolle über
ihr eigenes Leben
behalten, ein Wunsch, der manchmal durch verschiedene
Akteure
beeinträchtigt werden , die sich eigentlich als
zutiefst der Hilfe für
ältere Menschen verpflichtet fühlen. Zum
Beispiel können die Wahl der
Unterbringung, die von Kindern für ältere
Menschen gemacht werden,
manchmal das Gegenteil dessen sein, was ihr besonderes
Bedürfnis nach
persönlicher Kontrolle am besten erfüllen
würde. Eine zweite
Entwicklungsaufgabe ist, ein überdauerndes Vermächtnis
zu schaffen, das
als Beweis, das man gelebt hat und etwas von Wert geschaffen
hat,
zurückgelassen werden kann. In unserem letzten
Rundbrief wurde das Thema
auch schon behandelt. Der größte Teil des
Buches ist voll mit
Möglichkeiten, wie man mit älteren Menschen
sprechen kann, so dass sie die
Freiheit haben, diese Entwicklungsthemen ohne Einschränkungen
anzusprechen
und gute Optionen für ihr Leben zu erkunden. Solie
schneidet die Frage des
"NEIN einer älteren Person" an. Es mag eine Gesprächsstrategie
älterer
Leute sein, die sie manchmal anwenden, um etwas, was
sie sehr schätzen
nicht aufgeben zu müssen. Solie behauptet, dass
man manchmal durch einen
"Rückzug" besser mit dieser Situation umgehen
kann. Wenn Eltern ihr
jahrzehntelanges Zuhause nicht verlassen wollen, um
sicher und
wohlbehalten in einer Rentnergemeinde zu leben, dann
kann ihr NEIN ihren
Kindern signalisieren, dass sie andere Lösungen
für ihre Lebenssituation
finden müssen. Solie erzählt die Geschichte
seiner Großmutter, die sehr
krank war und ins Krankenhaus gebracht wurde. In dieser
Nacht entschied
sie, dass sie nach Hause gehen und in ihrem eigenen
Bett sterben wollte.
Sie stand auf, zog sich an und rief ihre Tochter an,
um sie nach Hause zu
bringen. Die Nachtschwester fand sie, als sie aufgestanden
war und gepackt
hatte, aber sie brachte sie zurück ins Bett und
band sie fest. Als am
Morgen der Arzt kam, bat sie ihn, die Gurte wegzunehmen.
Er tat es,
allerdings nicht, ohne sie ermahnen, den Anweisungen
des Personals zu
folgen. Als er auf ihre Krankenblatt sah, langte sie
in ihre Schale mit
Früchten, nahm eine Orange und warf sie auf ihn.
Als sie von seiner Stirn
abprallte, schaute er sie verblüfft an. Sie sagte:
"Binden Sie mich nie
wieder fest." Sie wurde später am Tag entlassen,
ging nach Hause und starb
in der nächsten Nacht. Die Bedeutung eines Vermächtnisses
wird in vielen
Dialogen und Beispielen in diesem Buch illustriert.
Es gibt viele
verschiedene Arten von Vermächtnissen und Solie
beschreibt, wie jüngere
Familienmitglieder älteren helfen können,
sie in auf eine Art und Weise zu
verlassen, die sich für die ältere Person
im Kontext ihrer Familie gut
anfühlt. Er teilt uns auch Tips mit, wie man am
besten mit KlientInnen wie
seinen kommunizieren kann. Eine Idee ist die, nicht
zu Schlüsse zu ziehen.
Das Tempo der älteren Person zu respektieren ist
hilfreich, in dem Maße
ein Gefühl der Kontrolle zu behalten, wie es die
Person braucht. Einem
Gefühl der Hast oder Eile zu widerstehen bringt
nützliche Interaktionen
hervor. Es ist ebenfalls nützlich, eine nichtlineare
Konversation haben zu
können. Man braucht nicht alt zu sein, um solche
Konversationen zu
genießen, aber viele Professionelle halten sie
für gefährliche
Kurswechsel. Solie empfiehlt, diese Unterhaltungen
lieben zu lernen und
bedeutende Einsichten in ihnen zu finden. Er ermahnt
die Leute auch, auf
die kleinen Details in den Geschichten älterer
Menschen zu achten, das sie
wichtige Informationen darüber vermitteln, was
für den Erzähler von Wert
ist. Er warnt auch davor, dass es Entkopplungen geben
kann, womit gemeint
ist, dass es Unterbrechungen geben kann, in denen die
Konversation tot ist
und wieder belebt werden muss.
Solie diskutiert das Konzept eines Vermächtnis-Coaches,
der jemand ist,
der der älteren Person helfen kann, die eigen
Hinterlassenschaft zu
bewältigen. Ein zentraler Fokus des Buches ist
die Fragen, wie die
tiefsten Interessen der Person mit der finanziellen
Seite ihres Lebens in
Einklang gebracht werden kann. Zusätzlich beschreibt
er, wie man jemandem,
der stirbt, helfen kann, mit den Beziehungen zu anderen,
die im Leben
wichtig waren, in´s Reine zu kommen. Er beschreibt
diese Arbeit als "den
richtigen Weg, sich zu verabschieden" zu erkennen.
Er gibt weiterhin
Professionellen Tips, die die betreffende Person nur
in einen bestimmten
Lebensausschnitt sehen. Ähnlich wie in den persönlicheren
Beziehungen
sollten die Professionellen einige derselben Hinweise
annehmen, wie sie
Angehörige über Geduld, Respekt, Bereitschaft
zum Zuhören und Abwarten
bekommen. Das Buch lässt sich leicht lesen, ist
voll von hilfreichen
Einsichten und es ist in einem mitfühlenden Ton
für alle, die in dieser
Situation entweder als ältere Person oder als
jüngere Gehilfin sind,
geschrieben.
THE CAREGIVER'S TALE: LOSS AND RENEWAL IN MEMORIES
OF FAMILY LIFE, by Ann
Burack-Weiss. New York: Columbia University Press (March,
2006). 208
pages, $22.50.
Es handelt sich um eine Reihe von Memoiren von Pflegepersonen,
die in
einer engen Beziehung mit einem kranken oder behinderten
Familienmitglied
stehen - dieses Buch ist voll von Momenten des Triumphs.
Diese Geschichten
beschreiben Leben, die durch die Erfahrung des Pflegens
verändert werden.
Das Buch bietet Einsichten, Unterstützung und
Trost für diejenigen an, die
nahestehende Angehörige oder Freunde pflegen,
und es ist auch für
professionelle Angehörige von Pflegeberufen, die
das Leben einer
pflegenden Person auf eine neue Art und Weise verstehen
wollen, ein
hilfreiches Buch. Dieses Buch widerlegt die allgemeine
Ansicht, dass
Pflegen eine aufreibende und entkräftende Rolle
im Leben ist. Zu pflegen
ist vielmehr in vielen sehr bedeutenden Aspekten erfüllend
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*** WEBSITES ***
Die "Erwachsen werden" Website: www.comingofage.org
des Zentrums für
Intergenerationelles Lernen der Temple University.
Das Ziel dieses
Zentrums ist es, ziviles Engagement und lebenslanges
Lernen von älteren
Menschen in der Region von Philadelphia zu unterstützen.
Es bietet an, bei
der Suche nach freiwilligen Aktivitäten, Weiterbildungsmöglichkeiten,
kulturellen Veranstaltungen, Ratschläge für
die nächste Lebensphase,
Arbeit im Ruhestand, Freizeitaktivität und das
Lernen neuer Fertigkeiten
behilflich zu sein. Die Webseite bietet ebenfalls Information
zur
finanziellen Absicherung und zur Pflege.
www.ShiftTheGame.com
Shift ist ein befähigendes Brettspiel für
2-6 SpielerInnen. Shift legt
Wert auf Lernen durch Lachen, indem es philosophische
Themen von Buddha
und Ghandhi mit der Perspektive eines kreativen Komikers
kombiniert. Es
wird gesagt, dass eine Veränderung im Denken dein
ganzes Leben verändern
kann. LebensberaterInnen, OrganisationsberaterInnen
und Kirchengruppen
bringen das Spiel mit zur Arbeit und in Studienzirkel,
PsychologInnen und
TherapeutInnen benutzen Shift für die Gruppen-
oder Einzeltherapie. Die
Baby Boomer könnten es für einen unterhaltsamen
Start ins Neue Jahr
halten, der ihnen Anstöße für ihr Denken
über den Ruhestand gibt.
www.almosthomedoc.org/
Die Gerontological Society of America bildet eine Partnerschaft
mit der
Universität Wisconsin-Milwaukee und PBS, um ein
Dokumentations- und
Öffentlichkeitsarbeitsprojekt über das Wohnen
älterer Menschen
durchzuführen. Mit dem Namen "Immer zuhause" wurde
das Programm entworfen,
um zu zeigen, wie BewohnerInnen in unterschiedlichen
Formen einschließlich
Rentnersiedlungen und Altenpflegeheimen leben.
www.AgeWork.com
Auf dieser Seite können Sie Ihren Lebenslauf bekannt
machen, einen
Bevollmächtigten finden und gegenwärtige
Stellenangebote im Bereich der
Altenarbeit durchblättern.
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*** ANKÜNDIGUNGEN UND VERANSTALTUNGEN ***
* UNIVERSITY OF NORTHERN BRITISH COLUMBIA, Prince George,
B.C.:
5th Annual National Peer Support Conference in Prince
George, , January
27-29, 2006 The Peer Support Network, along with the
First Nations Centre
presents "Finding Balance: The Bi-Cultural Approach
to Peer Support" with
a keynote address by Dr. Lewis Mehl Madrona, internationally
renowned
author of Coyote Medicine & Coyote Healing. For
more information, contact
Sandra at macdonas@unbc.ca
or 250-960-5962, or see:
http://www.vcn.bc.ca/shra/Community.php
For information about his workshops in healing practices,
contact Dr. Mehl
Madrona, coyotehealing@aol.com
ASSOCIATION FOR GERONTOLOGY IN HIGHER EDUCATION, February
9-12, 2006: 32nd
Annual Meeting, Westin Indianapolis. For information
see www.aghe.org
*JOYOUS LIVING PLAYSHOPS FOR ADULTS in New York allows
older adults the
ability to be creative and experience the joy that
comes through play.
Director Laraine Pearson can tailor Playshops to any
group setting
(includingintergenerational). Information: 718-432-8679.
*INVEST IN AGING, Strengthening Families, Communities
and Ourselves, Joint
Conference of the National Council on the Aging, and
the American Society
on Aging March 16-19, 2006 Anaheim, CA.
http://www.agingconference.org/agingconference/jc06/index.cfm
SENIOR THEATRE will be featured at the Summer 2006
conference of the
Association for Theatre in Higher Education (ATHE).
The conference will be
held August 3-6 in Chicago at the Palmer House Hilton
Hotel. The sessions
will include: using life memories to create productions,
directing the
mature performer, the history of Senior Theatre, and
a Senior Theatre
performance. See www.seniortheatre.com
for details as they become
available.
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